Frank Graßhoff coaching

ILP – ein integratives systemisches Verfahren


ILP ist ein integratives Verfahren mit überwiegend systemischen oder sich systemisch
auswirkenden Interventionen.
(siehe auch: Wissenschaftliche Anerkennung der Systemischen Therapie)
ILP bedeutet Integrierte Lösungsorientierte Psychologie/Psychotherapie. Es werden drei
Verfahren integriert, die lösungsorientierte Therapie nach de Shazer, die systemische
Therapie und die tiefenpsychologisch wirksamen Veränderungen mentaler Steuerungen.
Die lösungsorientierte Therapie nach de Shazer wird der Systemischen Therapie
zugeordnet (siehe Gutachten des WBP, 5. Theorie). Es werden dort de Shazer und die
lösungsorientierten Methoden genannt und die für die lösungsorientierte Therapie typische
Ressourcenorientierung. Dazu zählen auch die angeführte Wunderfrage, paradoxe
Interventionen sowie das Pacen als systemische Haltung.
Die systemische Therapie umfasst Methoden, die systemisches Beziehungsverhalten,
systemische Identität und systemisches Handeln abdecken. Durch intrapsychische
Haltungsänderungen beim Klienten wird das soziale Verhalten der jeweiligen Mitglieder des
Systems gezielt beeinflusst und verändert. Die verwendeten Methoden sind
Weiterentwicklungen systemischer Interventionen; etwa das Tit For Tat, die systemische
Energieumwandlung als Reintegration projiziert erlebter Anteile und das systemische
Handeln, welches typische Konfliktfelder in Systemen bearbeitet (Kommunikation,
Verantwortung, Integrität).
Die Veränderung mentaler Steuerungen betrifft alte, in der Kindheit erworbene
Glaubenssätze, Erwartungshaltungen und Identitäten. Sie wurden im System Familie gelernt
und beeinflussen heute sowohl eigenes soziales Verhalten als auch Reaktionen der anderen
Mitglieder des jeweiligen Systems. Mit Hilfe von NLP-Methoden werden mentale
Steuerungen verändert mit dem Ziel der Verbesserung individueller Lebenskompetenzen
und erwünschter Veränderungen im sozialen Umfeld.
Zusammen mit den Grundhaltungen des lösungs-, ressourcen- und prozessorientierten
Denkens1 ist die Integrierte Lösungsorientierte Psychologie/Psychotherapie (ILP) ein
überwiegend systemisches Verfahren. In den neueren, lösungs- und ressourcenorientierten
Verfahren (etwa seit 1980) lassen sich die Unterschiede zwischen Psychotherapie und
Coaching kaum mehr von den Methoden ableiten, sondern fast nur noch von den
Anwendungsbereichen mit ihren unterschiedlichen Aufgabenstellungen.
Da die ILP-Ausbildung alle Anwendungsbereiche umfasst und sich im Wesentlichen auf die
Vermittlung methodischer Kompetenzen konzentriert, werden die Begriffe Psychotherapie
und Coaching fast synonym gebraucht. Diesen neuen Entwicklungen trägt das
wissenschaftliche Gutachten in sofern Rechnung, dass es unter „Anwendung der
Systemischen Therapie in der Versorgung“ schreibt: „Über die heilkundliche Anwendung
hinaus spielt die Systemische Therapie auch in verschiedenen anderen psychosozialen
Bereichen eine bedeutsame Rolle, insbesondere als Ansatz in Familien- und
Erziehungsberatungsstellen.“
1
Begriffe wie lösungs- oder ressourcenorientiert können sowohl Haltungen, als auch Methoden
bezeichnen. Eine lösungsorientierte Haltung legt das Hauptaugenmerk auf Lösungen statt auf
Probleme, eine ressourcenorientierte Haltung auf die Fähigkeiten des Klienten und weniger auf
seine Defizite. Lösungsorientierte Methoden sind die Arbeit mit Zielen und Lösungsfilmen, eine
ressourcenorientierte Methode ist die Analyse von Ausnahmen, also gelungenem Verhalten in der
Vergangenheit.

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